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Auswahlentscheidungen basieren zu oft auf falschen Kriterien

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Das Nachrichtenportal Spiegel Online veröffentlichte vor Kurzem ein Interview mit dem Wirtschaftspsychologen Florian Becker. Darin berichtete er von einer Manager-Studie aus den USA, der zufolge nicht diejenigen am schnellsten Karriere machen, deren Bereich am besten läuft, sondern diejenigen, die fast die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit Networking verbringen. Leistung und Karriere – so die Schlussfolgerung – scheinen also nicht zwingend miteinander zu korrelieren. Mal davon abgesehen, dass die Stichprobe von maximal 60 Managern nicht sehr groß ist, belegt eine Korrelation noch keine Kausalität, wie das Beispiel des Geburtenrückgangs und der schrumpfenden Storchpopulation zeigt. Doch spannend ist die Frage schon: Wer macht eigentlich Karriere und welche Rolle sollten Leistung und Netzwerken dabei spielen?

Bisherige Leistungen auf einer bestimmten Führungsebene, zum Beispiel als Leiter des Vertriebs oder des Einkaufs, sagen noch nichts über künftige Erfolge einer Person als Geschäftsführer aus. Persönliche Netzwerke aufbauen und pflegen zu können, ist gerade auf den höheren Ebenen eine wichtige Kompetenz. Wenn also gute Netzwerker eher Karriere machen als erfolgreiche Bereichsleiter, dann muss das nicht zwingend ein Fehler sein. Umgekehrt gehört gutes Netzwerken zu den Kompetenzen, die im Rahmen von gezielten Trainings und Coachings verbessert werden können.

Die Gefahr besteht für Unternehmen vor allem darin, dass der gute Netzwerker eher aus Sympathiegründen als aufgrund von Kompetenzen befördert wird, während der vielleicht etwas introvertierte Leistungsträger unberücksichtigt bleibt. Die nach wie vor hohe Zahl an Führungskräften, die ihre neue Position in den ersten 18 Monaten wieder verlassen, zeigt, dass Unternehmen bei der Auswahl auf falsche Kriterien setzen. Eine sorgfältig erarbeitete Stellenbeschreibung und ein auf professioneller Eignungsdiagnostik basierendes Kompetenzprofil sind und bleiben die beste Voraussetzung für richtige Entscheidungen bei der Auswahl von Führungskräften.

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