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Berufliche soziale Netzwerke gezielt einsetzen

Berufliche_Soziale_Netzwerke

Sich selbst richtig zu präsentieren ist heute fast so wichtig wie die Qualifikation und das fachliche Können für die angestrebte Position. Und wo könnte man sich besser ins rechte Licht rücken als in beruflichen sozialen Netzwerken? Beim Karriereabend des Junior Chamber Clubs der Schwedischen Handelskammer in Düsseldorf informierten Benedikt Börner und Henning Jaster von Mercuri Urval Nachwuchskräfte, wie sie berufliche soziale Netzwerke richtig nutzen.

Berufliche soziale Netzwerke wie LinkedIn und Xing, die beide im Jahr 2003 gegründet wurden, haben sich in weniger als einem Jahrzehnt zu bedeutenden Netzwerken für Geschäftskontakte entwickelt und werden heute von vielen Berufstätigen genutzt. Mit Expeteer ging eine weitere bekannte Plattform zwei Jahre später an den Start. Für Kandidatinnen und Kandidaten sind diese Netzwerke allerdings Chance und Risiko zugleich. Eine Chance sind sie für alle, die ein gutes professionelles Profil anlegen und damit ihre Sichtbarkeit auf dem Bewerbermarkt erhöhen. Ein Risiko stellen sie insoweit dar, als dass auch hier der Wettbewerb regiert und in den Profilen die eigene Qualifikation und Erfahrung besser oder schlechter in Szene gesetzt werden kann.

Das beginnt schon mit der Wahl der richtigen Plattform. LinkedIn, seit Dezember 2016 Teil von Microsoft, ist mit weltweit mehr als 425 Millionen registrierten Nutzern in mehr als 200 Ländern das mit Abstand größte berufliche soziale Netzwerk. Davon stammen allerdings weniger als ein Viertel aus Europa und nur rund acht Millionen Nutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wer also nach internationalen Kontakten Ausschau hält und sich für einen Job im Ausland interessiert, sollte sich für dieses Netzwerk entscheiden, dessen Website zu den 20 weltweit meistbesuchten Internetseiten gehört. Im deutschsprachigen Raum ist dagegen das in Hamburg gegründete soziale Netzwerk Xing mit heute mehr als 12 Millionen registrierten Nutzern immer noch Marktführer.

Beim Anlegen eines Profils auf einem oder gar beiden Netzwerken gelten im Grunde dieselben Regeln wie für eine gute Bewerbung. Ein Foto ist ein Muss und es sollte entsprechend großen Wert auf eine professionelle Außenwirkung gelegt werden. Private Fotos sind tabu und die Kleidung sollte der eigenen Position entsprechen. In Branchen mit weniger förmlichen Kleidungsregeln reicht ein Hemd oder Anzug mit offenem Kragen, ansonsten ist ein Anzug mit Krawatte für Männer Pflicht. Bei Frauen ist ebenfalls auf zum Beruf passende Kleidung und möglichst wenig und dezenten Schmuck auf dem Foto zu achten.

Die im Profil hinterlegten Informationen sollten nach zwei Kriterien ausgesucht werden: Relevanz und Aussagekraft. Es ist schließlich ein offenes Geheimnis, dass auch HR-Verantwortliche einen Blick in die beruflichen sozialen Netzwerke werfen. Sie prüfen, wie sich Kandidatinnen und Kandidaten dort präsentieren und ob sich dort eventuell noch zusätzliche Informationen finden. Dazu steht ihnen mit dem sogenannten Talent Manager sogar ein spezifisches Tool zur Verfügung, mit dem sie gezielt nach Zielunternehmen oder Qualifikationen der Kandidaten suchen können. Wie bei einer richtigen Bewerbung gilt für die Kandidaten deshalb auch hier: kurz und knapp über das Wesentliche in Bezug auf Ausbildung und Berufserfahrung informieren. Reine Aufzählungen mit unzähligen Details zu veröffentlichen macht dagegen keinen guten Eindruck. Es gibt zudem allgemeine Eigenschaften wie Teamfähigkeit oder Zielstrebigkeit, die so gut wie jede Kandidatin und jeder Kandidat in das Profil schreibt, die aber von Haus aus vorausgesetzt werden. Besser ist es also, spezifische Kompetenzen zu nennen, die nicht jeder vorzuweisen hat. Ebenso sollte der Profilspruch keine Floskel sein, sondern die eigene Persönlichkeit reflektieren.

Interessante Felder für Personalverantwortliche, Talent Acquisition Spezialisten und Researcher sind neben der Berufserfahrung natürlich die Felder „Ich suche“ und „Ich biete“. Hier können einerseits berufliche Ziele und Wünsche formuliert, andererseits aber auch die fachliche Kompetenz in wenigen Schlagworten unterstrichen werden. Da Personalverantwortliche oft sehr gezielt nach bestimmten Qualifikationen suchen, ist es wichtig, die richtigen Schlüsselbegriffe im eigenen Profil zu nennen. Wer etwa eine Position als CFO anstrebt, sollte Key Words wie Bilanzierung oder Controlling verwenden. Wer im Bereich Merger & Acquisitions über Erfahrung verfügt, sollte schon im Profil hinterlegen, ob er diese auf der Käufer- oder Verkäuferseite gemacht hat. Auch hier drängt sich der Vergleich mit einer Bewerbung auf: Man sollte nichts versprechen, was man hinterher nicht halten kann. Das Profil sollte dem eigenen Charakter entsprechen und wer eher zurückhaltend ist, sollte sich nicht als draufgängerisches Verkaufstalent anpreisen. Da das eigene Profil eine Bewerbung in Dauerschleife ist, sollte es regelmäßig aktualisiert, Kontakte gepflegt und Anfragen zügig beantwortet werden.

Grundsätzlich sollte beim Anlegen eines Profils der Schutz der eigenen Daten im Auge behalten werden. Der sicher bekannteste Weg, die eigenen Daten freizugeben, ist im Rahmen einer Kontaktanfrage oder Bestätigung. Unter den Profileinstellungen kann man zudem kontrollieren, wie das eigene Profil für Nicht-Kontakte aussieht. Das sind Mitglieder, denen man (noch) keine Daten freigeschaltet hat. Man sollte bei allem, was man in sein Profil schreibt, bedenken, ob man dies auch einem wildfremden Menschen auf der Straße erzählen würde. Falls nicht, sollte es auch nicht im XING- oder LinkedIn-Profil erscheinen.

Fazit: Mit den richtigen Schlüsselbegriffen und Fachwörtern wird das eigene Profil geschärft und leichter gefunden. So kann durch einige wenige Veränderungen die Zahl der potentiellen Anfragen für eine neue Position signifikant gesteigert werden.

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