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Wenn Mitarbeitende „ausbrennen“

Arbeitnehmer mit einfachen Mitteln vor dem Burnout bewahren

Der Begriff Burnout ist heute allgegenwärtig. Die genauen Ursachen dieses Zustands des „Ausgebranntseins“ sind noch nicht restlos geklärt. Sowohl das Umfeld als auch Persönlichkeitsmerkmale haben Einfluss. Massnahmen in der Unternehmenskultur und Personalauswahl wirken präventiv. 

Burnout ist heute in aller Munde. Trotzdem ist es keinesfalls eine Erscheinung der neusten Zeit. Auch verschiedenste Quellen aus früheren Epochen beschreiben Symptome ähnlich dem Burnout. Die heutige Gesellschaft – in der Zeitmangel, Wettbewerbsdruck und Reglementierung zugenommen haben – trägt sicher ihren Teil bei. Burnout existiert in den verschiedensten Berufsgruppen. Begünstigt wird es sowohl durch soziale, wirtschaftliche und private Umweltfaktoren (äussere Faktoren) als auch durch Faktoren in der Persönlichkeit (innere Faktoren). Uneinig sind sich Personalverantwortliche darüber, wie entscheidend der Einfluss menschlicher Interaktion als äusserer Faktor ist.

Ist Burnout eine Krankheit?

In vielen Fällen ist unklar, worin genau die Ursache eines Burnouts bei betroffenen Mitarbeitenden liegt. Gerade auch deshalb gilt Burnout gemäss gängigen Krankheitskatalogen nicht als Krankheit. Es ist jedoch anerkannt, dass ein Burnout den Gesundheitszustand beeinflusst. Auch wenn es keine Krankheit ist, lässt sich ein Burnout anhand verschiedener Faktoren diagnostizieren.

Zentral und auch für Personalverantwortliche und Mitarbeitende erkennbar sind dabei:

  • Emotionale Erschöpfung: Man kann sich für nichts mehr begeistern, entwickelt keine Freude mehr (am Arbeitsplatz und privat).
  • Depersonalisation: Man entfremdet sich vom Umfeld, interessiert sich nicht mehr für Mitmenschen. In Beziehungen (auch zu Kunden) verhält man sich unangebracht, zynisch.
  • Leistungsunzufriedenheit: Man ist mit der eigenen Leistung nicht zufrieden, hat höhere, vermeintlich unerreichbare Anforderungen an sich selbst.

Wie kann der Arbeitgeber vorbeugen?

Jede Absenz führt in Unternehmen und Organisationen zu Kosten. Es lohnt sich also, auf wirkungsvolle Prävention zu setzen. Präventionsmassnahmen können durch eine entsprechende Unternehmenskultur sowie spezielle Angebote für Arbeitnehmer ergriffen werden. Beispiele sind:

  • faire Feedbackkultur
  • konstruktiver Umgang mit tolerierbaren Fehlern
  • Tätigkeitsvielfalt oder Möglichkeit von Jobrotationen
  • Stressreduktion durch weitsichtige Planung
  • Wechsel der Umgebungen („Tapetenwechsel“)
  • Sinnvolle und kooperative Urlaubsplanung
  • Selbstkontrolle anhand von Symptomkatalogen
  • Ansprechstellen für individuelle Betreuung (vertraulich/anonym)

HR- und Führungsverantwortliche nennen folgende Umstände, welche ein Brunout begünstigen

  • Lohnmodelle mit tiefem Fixum und verhältnismässig hohem variablem Anteil
  • Schleichende Erwartung der ständigen Erreichbarkeit
  • Unzureichende Stellvertreter-Regelung
  • Tolerierung von Intrigen und Mobbing

Gerade für Führungsaufgaben bieten externe oder interne Coachings, Teamworkshops oder andere Entwicklungsprogramme einen Mehrwert.

Was bedeutet Burnout für die Personalauswahl?

Wie eingangs erwähnt, können nicht nur äussere, sondern auch innere Faktoren ein Burnout begünstigen. Das heisst, es gibt Persönlichkeitsmerkmale, die auf ein erhöhtes Burnout-Risiko hinweisen. Aus der bisherigen Erfahrung sind u.a. folgende Merkmale bekannt:

  • Mühe, sich ausreichend abzugrenzen
  • Nein zu sagen ist herausfordernd
  • Perfektionismus
  • ausgeprägter Drang, anderen Menschen zu helfen
  • unzureichendes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten
  • mangelnde Kontrollüberzeugung
  • Neigung zu Irritation oder Sorgen
  • Bedürfnis nach Anerkennung

Durch Assessments lässt sich eine Disposition basierend auf solchen, nicht zwingenden Merkmalen ansatzweise herauslesen. Diese Disposition sollte aber nicht primär ein Ausschlusskriterium in der Personalauswahl sein. Vielmehr dienen die Ergebnisse dem Arbeitgeber als Führungshinweis und dem Arbeitnehmer als Anregung für seine Arbeitsgestaltung und Selbstorganisation.

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