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Feedback

Führung durch Kommunikation

feedback

Unter Feedback kann man vieles verstehen. Wer schon einmal auf die heiße Herdplatte oder an einen elektrischen Weidezaun gefasst hat, bekommt ein eher technisches Feedback, das allerdings an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig lässt. Die Feedback-Kultur in manchen Unternehmen ist ähnlich, weshalb sich Mitarbeiter gerne an die mittelalterliche Lebensweisheit halten: „Gehe nie zu Deinem Fürst, wenn Du nicht gerufen wirst“. In der Mehrheit der Unternehmen herrscht indes gar keine Feedback-Kultur.

Systematisches Feedback entspricht nach wie vor nicht der Realität in deutschen Unternehmen. Regelmäßig sprechen in Studien zum Thema Feedback ein Drittel bis die Hälfte der Mitarbeiter ihren Vorgesetzten die Fähigkeit ab, ein vernünftiges Feedback zu geben. Das liegt auch daran, dass unter dem Begriff Feedback ziemlich viel verstanden werden kann, im Zweifel das Falsche. Nicht jeder Zuruf zwischen Tür und Angel ist automatisch schon ein sinnvolles Feedback. Und schon gar nicht die Standpauke, mit der die Führungskraft mal wieder klar macht, wer eigentlich alles besser kann und weiß. Beim Feedback geht es darum, sinnvolle Führung durch Kommunikation auszuüben.

Probleme von Vorgesetzten

In der Praxis drücken sich Vorgesetzte oft genau darum herum. Sie scheuen sich, schlechte Leistungen anzusprechen und auf mögliche Ursachen hinzuweisen. Sie scheuen sich aber oft auch vor dem motivierenden Lob. Denn nach Sonne kommt auch wieder Regen, und so wird es nach einem Lob für viele Vorgesetzte umso schwieriger, bei Bedarf wieder ein kritisches Wort zu verlieren.

Es ist nicht so, dass Vorgesetzten die kommunikative Kompetenz fehlt. Aber sie muss eingeübt werden. Manager sollten lernen, wie Feedback funktioniert. Das kann in Rollenspielen und praktischen Übungen geschehen, zudem sollten sie ein paar Grundregeln zum Feedback beherrschen. Und es braucht auch passende Instrumente und Methoden, die Vorgesetzten und Mitarbeitern gleichermaßen Sicherheit geben. Dazu zählen beispielsweise systematisierte Mitarbeitergespräche oder 360º-Befragungen. Diese Instrumente unterstützen die Führungskräfte dabei, ihrer Verantwortung als Feedbackgeber gerecht zu werden. Gerade beim 360 º-Feedback sind es aber oft die Führungskräfte selbst, die ihrer Vorbild-Funktion nicht gerecht werden und einem Feedback zu ihrem eigenen Führungsverhalten ablehnend gegenüber stehen.

Erfolgreich Führen mit Feedback

Dabei ist das Ziel des Feedbacks eines, das jeder Führungskraft wichtig sein muss: Es geht darum, die individuelle Performance von Mitarbeitern zu verbessern. Denn Mitarbeiter können sich nur weiterentwickeln, wenn Sie regelmäßig eine ehrliche Einschätzung ihrer Arbeitsleistung sowie ihres persönlichen Verhaltens bekommen. Ein systematisches Feedback verbessert zudem nicht nur die allgemeine Kommunikation und vermeidet so Missverständnisse. Es thematisiert auf einer sachlichen Ebene auch verborgene emotionale Aspekte. Wer beispielsweise erklären muss, warum er eine schlechte Lösungsvariante einer besseren vorgezogen hat, kann auch auf persönliche Bedürfnisse oder Ängste angesprochen werden. Durch eine gezielte und konstruktive Rückmeldung des Vorgesetzten zu den neuralgischen Punkten kann die Selbstwahrnehmung des Feedback-Empfängers verbessert und somit sein zukünftiges Verhalten beeinflusst werden. Parallel entsteht im Laufe der Zeit nicht nur ein besseres wechselseitiges Verständnis, sondern auch ein höheres Maß an Vertrauen.

10 Regeln für das Feedback

  1. Geben Sie erwünschtes Feedback:
    Zwingen Sie niemandem Kritik auf, sondern machen Sie deutlich, dass es sich um eine Entwicklungschance handelt.
  2. Geben Sie zeitnah Feedback:
    Die Situation, um die es geht,  muss noch im Kopf präsent sein.
  3. Steigen Sie mit einem positiven Aspekt in das Gespräch ein:
    Machen Sie zuerst klar, welcher Teil der Erwartungen erfüllt wurde.
  4. Geben Sie konkretes, kein pauschales Feedback:
    Nennen Sie Beispiele und begründen Sie Ihre Perspektive.
  5. Beschreiben statt Bewerten:
    Vermeiden Sie Vorwürfe, verdeutlichen Sie Situationen.
  6. Formulieren Sie Erwartungen:
    Setzen Sie Ziele, verdeutlichen Sie den Weg dorthin.
  7. Formulieren Sie positiv:
    Sagen Sie, worum es Ihnen geht, nicht, was der andere nicht tun soll.
  8. Formulieren Sie subjektiv:
    Sprechen Sie davon, was Sie als „ich“ erwarten, und nicht das Unternehmen als „es“ oder „man“.
  9. Helfen Sie:
    Bieten Sie Unterstützung an und geben Sie konkrete Verhaltenshinweise.
  10. Bleiben Sie realistisch: Machen Sie keine unerreichbaren Vorgaben, auch kleine Schritte führen zum Ziel.

Mitarbeiter sind auf ein offenes und ehrliches Feedback angewiesen, wenn sie sich verbessern wollen. Und sie sind durchaus dankbar dafür, auch wenn die Rückmeldung einmal kritisch ist. Letztendlich spüren Mitarbeiter, ob ein Vorgesetzter ihnen hilfreich zur Seite steht und aufzeigt, wie sie sich verbessern können. Als Führungskraft sollte man sich deshalb als Trainer der Mitarbeiter verstehen. Das Feedback dient dann einem gemeinsamen Ziel – und der Erfolg gehört beiden.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.mercuriurval.com

 

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Categorised in: Allgemein, Deutschland

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