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Frauen in Führungspositionen

Mehr als eine Quote ist notwendig

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Wenn es um Frauen in Führungspositionen oder eine gleichberechtigte Bezahlung von Frauen im Arbeitsleben überhaupt geht, dann ist Deutschland nach wie vor gerade einmal Mittelmaß. Wer ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsdenken hat, dem treibt die eher schleppende Entwicklung bei diesen Themen leicht die Zornesröte ins Gesicht. Und vor allem in den Medien und in der Politik mehren sich die Stimmen, die zumindest für die Besetzung von Führungspositionen in Unternehmen eine verbindliche Frauenquote festlegen wollen.

So verständlich der Wunsch nach einer gerechteren Arbeitswelt ist, so unglücklich ist allerdings das Instrument der Quote. Schon jetzt muss sich manche Managerin anhören, sie sei eine Quotenfrau, obwohl es noch gar keine Quoten gibt. Dies offenbart, dass das eigentliche Problem tiefer liegt und insofern einen tiefgreifenden Wandel erfordert. Eine Zwangsregelung alleine führt nicht dahin, wohin die Gesellschaft kommen muss. Notwendig ist eine Veränderung im Denken, notwendig ist Einsicht bei denjenigen, die dazu fähig sind. Einsicht entsteht aber nicht aus dem Diktat durch Dritte, sondern vielmehr durch das Erkennen vorhandener Sachzwängen. Ein solcher Sachzwang ist die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Der demografische Wandel  verknappt die Zahl verfügbarer Arbeitskräfte generell, der stetige Fortschritt in Wissen und Technologie verknappt zusätzlich noch die qualifizierten Profile.

Frauen stellen mittlerweile die Mehrheit bei vielen hochqualifizierten Abschlüssen. Ohne Frauen geht es schon heute nicht mehr, und ohne mehr Frauen in Führungspositionen wird es in Zukunft noch schlechter gehen. Mit einer zwangsweisen Quote allerdings nimmt man denjenigen Unternehmen ihren Wettbewerbsvorteil, die bereits heute auf der Höhe der Zeit sind, sich um Frauen im Allgemeinen und familienfreundliche Bedingungen im Besonderen kümmern und eine geschlechterunabhängige Förderung des Führungsnachwuchses betreiben. So einfach der Wirkmechanismus der Quote zu sein scheint, so missraten erweist sich der Effekt. Eine Quote verwischt Unterschiede, vereinheitlicht und pauschalisiert. Dabei muss genau das Gegenteil das Ziel sein. Unterschiede deutlich machen. Unterschiede, die sich in Zukunft zugunsten von Frauen auswirken werden. Dazu zählen neben qualifizierten Bildungsabschlüssen auch  anders ausgeprägte, soziale Kompetenzen, die der Arbeitswelt gut tun werden. Eine Vielzahl der Industrieskandale der letzten Jahre bis hinauf in die Top-Ebene haben – vornehm ausgedrückt – einen spezifisch männlichen Problemhintergrund.

Unternehmen stehen zunehmend und berechtigt auch unter der Kontrolle der Öffentlichkeit. Sie sollen sich entscheiden können, wem sie Verantwortung in die Hand geben. Und verantwortliche Manager ebenso wie Managerinnen wollen sich nicht in ihre Personalentscheidungen hineinreden lassen, im Guten wie im Schlechten. Der positive Fall lautet: Eine Position wird nach objektiven Anforderungen mit derjenigen Person besetzt, die die notwendigen Kompetenzen hat. Manche nennen diese Ansicht „post gender“. Dass bei Führungspositionen bisher in der überwiegenden Mehrheit Männer zum Zuge gekommen sind, ist ein Irrtum der Vergangenheit. Die Zukunft wird anders aussehen, auch ohne Quote.

 

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Categorised in: Allgemein, Deutschland

1 Response »

  1. Nice article,
    I was always against imposed “quotas” because they are patronising and help to convey (and accept) the message that female leaders are generally at a disadvantage. It is a little bit like telling our current managers that they are incompetent and can’t be trusted to employ a women when she brings interesting attributes for the job at hand. In other words imposed quotas undermine the very ambition to create fair opportunities and often provide a justification for male leaders to ridicule the very concept of employing a woman.

    Ich kann mich aber noch sehr gut an unsere Schulzeit in Mol erinnern als ich einen Aufsatz ueber Chancengleichheit schrieb, den man so zummanfassen kann: “Es gibt sie nicht, es hat sie nie gegeben, es wird sie auch nie geben und vielleicht sollte es sie auch nicht geben”…und mein Deutschlehrer fand ich hatte das Thema verfehlt. Ich glaube jedoch das ich schon damals das Thema sehr gut einschaetzen konnte und die Zukunft wird wirklich anders aussehen, gerade ohne Frauenquote.

    Viele Gruesse,
    Jurgen

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