It's all about people.

»Viele Mittelständler sind für die Internationalisierung nicht richtig auf- und eingestellt«

internationalisierung

Die erfolgreiche Internationalisierung eines Unternehmens erfordert einen langen Atem und ist mit erheblichen Hürden verbunden. Das beginnt meist schon bei der Suche nach Investoren, die hohe Ansprüche an ein regelmäßiges, übersichtliches und durchsichtiges Accounting und Reporting stellen, ehe sie zu einem Einstieg bereit sind. Dafür müssen ebenso neue Mitarbeiter und Kompetenzen ins Unternehmen geholt werden wie für den Aufbau des internationalen Geschäfts selbst. Die wichtigste Frage gerät dabei häufig aus dem Blickfeld: Ist das eigene Angebot für ausländische Märkte tatsächlich attraktiv genug, weil es klare Alleinstellungsmerkmale bietet? Wer diese Frage mit Ja beantworten kann, braucht je nach Aufgabe Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und dem jeweiligen Zielland, die ein internationales Mindset mitbringen und mit anderen Gepflogenheiten und Arbeitsweisen angemessen umgehen können.

Während die meisten Windanlagenhersteller bereits international operieren, stehen viele Projektentwickler und einige Zulieferer aufgrund des enger werdenden deutschen Marktes vor der Herausforderung, ihr Geschäft international auszuweiten. Um diese Aufgabe erfolgreich zu meistern, benötigen sie ausreichend Kapital, die richtige Organisation und die passenden Kompetenzen.

Die Anfang November abgelaufene dritte Ausschreibungsperiode für die Windenergie an Land zeigt deutlich, wie rasch der Förderbedarf der Windenergie für Projekte, die nach 2020 umgesetzt werden, sinkt. Dies macht es für alle Marktteilnehmer in Deutschland notwendig, sich neue Märkte im Ausland zu erschließen. Wer den Schritt ins Ausland in einem so regional fragmentierten und national reglementierten Marktumfeld wie der Windenergie wagt, benötigt einen langen Atem und dementsprechend ausreichend Startkapital.

Gerade mittelständisch geprägte Projektentwickler und andere Unternehmen des Sektors sehen sich bei der Suche nach Investoren mit einem für sie neuen Problem konfrontiert: der notwendigen Transparenz. Investoren stellen hohe Ansprüche an ein regelmäßiges, übersichtliches und durchsichtiges Accounting und Reporting. Das bedeutet, dass im Unternehmen neue Kompetenzen benötigt werden, um das Finanz-, Rechnungs- und Berichtswesen noch professioneller als bisher aufzustellen, um den Anforderungen der Investoren zu genügen.

Neue Mitarbeiter und Kompetenzen sind auch erforderlich, um das internationale Geschäft aufzubauen und anzukurbeln. Erfolgreiche Unternehmen richten ihren Auftritt an den regionalen Gegebenheiten und Bedürfnissen aus und wählen die richtige Strategie, um auf neuen Märkten Fuß zu fassen. Die kann ein Joint Venture oder auch die Übernahme eines lokalen Unternehmens beinhalten. Damit der Schritt ins Ausland gelingt, muss das eigene Angebot einer kritischen Prüfung hinsichtlich seiner Attraktivität und Alleinstellungsmerkmale unterzogen werden. Ohne eine sichtbare Differenzierung zu den bestehenden lokalen und internationalen Wettbewerbern bleibt das Bestreben nach Internationalisierung meist ohne Erfolg.

In personeller Hinsicht besteht der erste Schritt in der Einstellung eines Mitarbeiters für die internationale Geschäftsentwicklung, der die dafür notwendige Erfahrung und Kompetenzen wie Verhandlungsgeschick mitbringt. Etwa bei der Errichtung einer Ländergesellschaft und der Einfädelung von Joint Ventures, M&A-Transaktionen oder alternativen Geschäftsmodellen. Sind erste Aufträge an Land gezogen, bedarf es eines lokalen General Managers, der die Projekte inklusive Engineering, Beschaffungswesen und Ausführung der Bau- und Montagearbeiten überwacht. Hat sich das internationale Geschäft über mehrere Länder oder gar Kontinente entwickelt, ist die Rekrutierung eines Heads of International Business Development sinnvoll. Er koordiniert und führt die für die internationale Geschäftsentwicklung im jeweiligen Land Verantwortlichen.

Je nach Aufgabe ist es ratsam, Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und dem jeweiligen Zielland zu rekrutieren und sie in Teams zusammenzustellen, um alle erforderlichen Kompetenzen zu vereinigen. Die Mitarbeiter aus Deutschland sollten dabei auch danach ausgesucht werden, ob sie ein internationales Mindset mitbringen: das heißt sie haben die Fähigkeit, auf andere Gepflogenheiten und Arbeitsweisen angemessen reagieren zu können. Ausländische Mitarbeiter stellen durch wichtige Kontakte und Beziehungen eine Brücke in den neuen Markt dar, um so leichter Geschäfts- und Kooperationspartner zu finden.

Fazit: Nur wer seine Organisationsstrukturen und Kompetenzen vollständig auf die Internationalisierung ausrichtet, schafft die Voraussetzungen für ihren Erfolg.

Tagged as: ,

Categorised in: Allgemein, Deutschland

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

css.php