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Mit der Blue Card EU gegen den Fachkräftemangel

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Die Gewinnung von geeigneten Fachkräften wird in einigen Branchen immer schwieriger. Um die Suche über die EU-Grenzen hinweg zu erleichtern, wurde im August 2012 die sogenannte Blue Card EU eingeführt. Sie ermöglicht es Unternehmen, Mitarbeiter aus Drittstaaten zu beschäftigen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Der Fachkräftemangel belastet die Suche nach geeigneten Mitarbeitern in zahlreichen Branchen. Über 155.000 Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte wie Ingenieure, Techniker und Informatiker sind aktuell unbesetzt. Und die Ressourcen werden zukünftig weiter stark abnehmen. Nach Schätzung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung werden allein bis zum Jahr 2025 6,5 Millionen Menschen im erwerbsmäßigen Alter fehlen. Der demografische Wandel ist eine Hauptursache für diesen Mangel, der die Konjunktur ausbremsen könnte.

Für Unternehmen, die auf diese Berufsgruppen angewiesen sind, stellt sich zunehmend die Frage, wie sie auf diesen Mangel reagieren sollen. Eine Lösung ist die Suche nach geeigneten Fachleuten im EU-Ausland und darüber hinaus. Für Mitglieder von EU-Staaten gilt Freizügigkeit hinsichtlich ihres Aufenthalts, Mitarbeiter aus Nicht-EU-Staaten benötigen eine Blue Card EU. Die Blue Card Regelung auf Grundlage der Hochqualifizierten-Richtlinie der Europäischen Union gilt in Deutschland seit dem 1. August 2012 und hat das Ziel, die Anwerbung und Beschäftigung qualifizierter ausländischer Arbeitskräfte von Ländern außerhalb der EU deutlich zu erleichtern. Nicht nur Großunternehmen, sondern auch mittelständische Arbeitgeber können von dieser Neuerung profitieren.

Grundvoraussetzungen für den Erhalt der Blue Card sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium (deutscher oder anerkannter ausländischer Hochschulabschluss oder ein dem deutschen Hochschulabschluss vergleichbarer ausländischer Hochschulabschluss) sowie ein Arbeitsvertrag mit einem Bruttojahresgehalt in Höhe von mindestens 49.600 Euro (4.134 Euro monatlich), in sogenannten Mangelberufen (Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure, Ärzte und IT-Fachkräfte) in Höhe von 38.688 Euro (3.224 Euro monatlich).

Die Blue Card hat eine Gültigkeitsdauer von ein bis vier Jahren. Für die Einreise nach Deutschland gelten die allgemeinen Einreisevorschriften. Danach muss für Angehörige der meisten Drittstaaten der Antrag auf die Blue Card EU vor der Einreise nach Deutschland gestellt werden. Zuständig ist die jeweilige deutsche Auslandsvertretung. Wenn das Arbeitsverhältnis für weniger als vier Jahre bestehen soll, es also befristet ist, wird die Blaue Karte für die Dauer des Arbeitsvertrags plus drei Monate erteilt. Sie kann danach verlängert werden bzw. es wird eine Niederlassungserlaubnis erteilt. Ausländer, die eine Blaue Karte EU besitzen, können bereits nach 33 Monaten einen permanenten Aufenthaltstitel beantragen. Verfügen sie über Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 können sie bereits nach 21 Monaten ein Daueraufenthaltsrecht beantragen.

Was bisher noch fehlt sind klare länderübergreifende Regelungen innerhalb der EU. So macht es Sinn, dass die ausländischen Arbeitskräfte das Prüfungsverfahren nur einmal durchlaufen müssen und nicht für jedes Land gesondert. Bislang haben Besitzer der Blue Card EU nach 18 Monaten Aufenthalt in Deutschland das Recht, in einen anderen EU-Staat weiterzuwandern. In fast allen EU-Ländern ist dann kein Visum erforderlich. Auch der länderübergreifende Einsatz von Drittstaatlern in Konzernen innerhalb verschiedener EU-Länder ist noch nicht klar geregelt. Schließlich bleibt auch noch offen, in wie weit auch Arbeitnehmer, die nicht als Führungskräfte oder Experten anzusehen sind, Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten können.

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Categorised in: Allgemein, Deutschland

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