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Talent setzt sich durch!?

Am 17. November nahm Anett Hunt, Associate Consultant bei Mercuri Urval in Dresden, an einer Diskussionsrunde zum Thema Talent in der von Thomas Lopau moderierten Sendung „Dienstags direkt“ im MDR 1 Radio Sachsen teil. Gemeinsam mit Tillmann Grüneberg, Berater im Zentrum für Potentialanalyse und Begabtenförderung der Universität Leipzig, Carolina Eyck, Theremin-Virtuosin und Preisträgerin des ECHO Klassik 2015 und Tim Sebastian, Sportakrobat beim DSC und EM-Bronzemedaillengewinner 2015, ging sie der Frage nach, wie man mit einem Talent richtig umgeht.

Tillmann Grüneberg machte sich zum Auftakt der Diskussion daran, den Begriff des Talentes genauer zu definieren. Dabei hob er hervor, dass er auf die gleichnamige antike Währungseinheit zurückgeht und daher auch als „Begabung“ bezeichnet wird, also eine Gabe von höherer Stelle. Diese Gabe kann aber auch eine Last sein, denn sie geht mit einer entsprechenden Erwartungshaltung der Umwelt einher, „etwas aus seinem Talent zu machen“. Zur Entfaltung kann ein Talent daher nur kommen, wenn der oder die Talentierte ein Interesse – sei es im Sport, der Musik oder einem anderen Tätigkeitsfeld – in diesem Bereich hat und durch entsprechendes Feedback darin bestärkt wird.

Gefragt, wie man sich die Suche nach Talenten für Unternehmen vorstellen müsse, erläuterte Anett Hunt die Arbeit von Mercuri Urval mit Kandidaten für Führungspositionen. Unternehmen verfolgen Strategien, um selbstgesteckte Ziele zu erreichen. Die Frage nach dem Weg dorthin ist eng verbunden mit der Frage nach den Fähigkeiten, die eine Führungskraft zur Erreichung dieses Ziels mitbringen sollte. Mit einem darauf basierenden Anforderungsprofil geht es dann intern und extern auf die Suche nach Fach- und Führungskräften, die über die entsprechenden Kompetenzen verfügen. Potentialanalysen mit berufsbezogenen Kriterien erlauben die Erstellung eines genauen Bilds des Kandidaten. Kernfragen, die sich auch Kandidaten stellen sollten, lauten: Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Die Kombination aus dem Talent für eine bestimmte Aufgabe und der Motivation, diese Aufgabe zu meistern, ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Entsprechend empfahl sie Unternehmen, angesichts des Führungskräftemangels gerade im Osten Deutschlands Potentiale nicht nur extern, sondern verstärkt in den eigenen Reihen zu suchen und zu fördern.

Tim Sebastian, der als Sportakrobat schon mit 20 Jahren die EM-Bronzemedaille holte, betonte, dass ein Talent nicht automatisch mehr erreicht als andere. Nur durch eine entsprechende Motivation und Leistung kann es entweder schneller ein sehr hohes Niveau erreichen oder aber mehr erreichen als ein normaler Mensch bei gleicher Anstrengung. Höchstleistungen erfordern daher Talent, Leistungswillen und Trainingsintensität – in seinem Fall heißt das bis zu drei Stunden Training täglich.

Carolina Eyck, die mit dem Theremin ein elektrisches Musikinstrument nutzt, das berührungslos gespielt wird, führte ihre jüngsten Erfolge nicht nur auf Talent, sondern auch auf den Umstand zurück, dass die technische Weiterentwicklung des Theremins ihr neue Spielräume eröffnet habe, die früheren Musikern noch nicht zur Verfügung standen. Ihr Talent bestünde darin, dank ihrer klassischen Musikausbildung die neuen Möglichkeiten ausschöpfen zu können.

Die spannende Frage „wie man sein Talent findet“ beantwortete Tillmann Grüneberg mit Blick auf die Studiogäste. Einerseits sind es Anregungen aus dem Umfeld, andererseits weckt nicht jeder Einfluss aus dem Umfeld auch Interesse, etwas selbst auszuprobieren. Wenn Interesse und ein gewisses Geschick für die jeweilige Tätigkeit zusammenkommen, kann sich Talent entwickeln. Dazu kommt der gesellschaftliche Stellenwert, der etwa der jeweiligen Sport- oder Musikart beigemessen wird. So werden klassische Musik und Fußball deutlich stärker gefördert als Randsportarten mit geringerem Publikumsinteresse. Intellektuelle Leistungen, etwa in den MINT-Fächern, genießen ebenfalls ein großes Ansehen, während soziale Fähigkeiten eher vernachlässigt werden.

In Bezug auf die Unterstützung von Talenten seitens der Eltern warnten Grüneberg und Sebastian vor einer Überförderung – nur wenn Raum für andere Tätigkeiten bleibt, nutzt sich ein Talent nicht einseitig ab und verliert eventuell das Interesse oder die Motivation für das Gebiet, für das es eine besondere Begabung mitbringt. Umgekehrt stehen Personen mit mehreren Talenten spätestens bei der Studien- und Berufswahl vor der Frage, in welche Richtung es gehen soll. Hier sollten neben rein rationalen Erwägungen immer auch die emotionalen Aspekte, die sich stark auf die intrinsische Motivation auswirken, berücksichtigt werden, denn die Motivation hilft dabei, über Hürden und Schwierigkeiten hinweg zu kommen.

Den vollständigen Radiobeitrag hören Sie hier.

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Categorised in: Allgemein, Deutschland

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